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Werner Schwab
Fäkaliendramen


Werke Band 6. Hrsg. v Ingeborg Orthofer und Lizzi Kramberger, mit einem Nachwort von Helmut Schödel
2013
ISBN: 9783854208402
25.- €
Leinen gebunden mit Lesebändchen, 21 x 13 cm
328 Seiten

Werner Schwabs kometenhafter Aufstieg in die deutschsprachige Literatur und das Theaterleben begann mit den ersten Aufführungen jener Stücke, die dann bald unter dem Sammelnamen »Fäkaliendramen« zu einer ersten Buchausgabe (1991) zusammengestellt wurden. Die Herausgeberinnen der Werkausgabe legen hier eine revidierte Sammlung vor, in der den ›klassischen‹ »Fäkaliendramen« Die Präsidentinnen, Übergewicht, unwichtig: Unform, Volksvernichtung und Mein Hundemund aus guten Gründen auch Der Himmel mein Lieb meine sterbende Beute zugeordnet wird.

»Werner Schwab, ein 33jähriger Grazer, ist ein unangenehmes Talent, eine enervierende Begabung, ein wirklich spannender Autor. In seinem Wirtshaus-Drama Übergewichtig, unwichtig: Unform vernichtet er mit einem einzigen falschen Artikel den Sinn ganzer Sätze. Sein Text ist ein Wechselbad aus schiefen Bildern, grammatikalischen Verbrechen und poetischen Höhenflügen. Obwohl stellenweise von einer akuten Kakolalie halb verwüstet, ist Übergewicht, unwichtig: Unform ein früher Gipfelpunkt der österreichischen Dramatik in den neunziger Jahren und Schwab ein außergewöhnlicher Schriftsteller am Ende der Ordnung der Welt.« (Helmut Schödel in der Zeit, 1991)



Werner Schwab, geboren am 4. 2. 1958 in Graz, studierte von 1978 bis 1982 an der Akademie der bildenden Künste in Wien; von 1981 bis 1989 lebte er mit Frau und Sohn zurückgezogen auf einem abgelegenen Bauernhof und arbeitete dort sowohl an seinen »verwesenden Skulpturen« aus Kadavern und Fleisch, als auch an Erzählungen und ersten Theatertexten. Die 16 Stücke, die er zwischen 1990 und seinem Tod in der Silvesternacht 1993 schrieb, machten ihn zum begehrten Bühnenautor, zum Skandal und zum Idol, zum Erfinder einer seitdem vielkopierten eigenen und unverwechselbaren Sprache.
Seine Stücke sind in wenigen Jahren zum festen Repertoire-Bestandteil deutschsprachiger Bühnen geworden, Stadt- und Landestheater plagen sich mit seiner jahrelang verhinderten Schnitzler-Adaption Der reizende Reigen, Keller- und Off-Bühnen versuchen sich mit unter-schiedlichem Erfolg an seinen Präsidentinnen, in den Seminaren fängt man an, die philosophischen Quellen, die Intertextualität seines ›Spätwerks‹ Faust : Mein Brustkorb :: Mein Helm zu ergründen. Übersetzungen ins Englische, Französische, Niederländische, Norwegische, Schwedische, Dänische, Ungarische, Russische, Spanische, Polnische, Bulgarische, Portugiesische und Rumänische beweisen die genuine Sprachkraft und den Rang seines Werks über jedes allfällige Sprachspiel hinaus.
Was Werner Schwab in den drei, vier Jahren schrieb, die er zur Verfügung hatte, ist von den Theatern, ist aus unserer Literatur nicht mehr wegzudenken. Das hässliche Portrait der hässlichen Verhältnisse, das er zeichnete, ihre groteske Übersteigerung, die Erkenntnisfunken, die aus seiner parodistisch und zugleich qualvoll verdrehten Sprache sprühen, sind Argumente genug, sein Werk zu studieren oder einfach zu lesen.

Veröffentlichungen: Sämtliche Theaterstücke in den Bänden Fäkaliendramen (1991), Königskomödien (1992), Dramen III (1994), DER REIZENDE REIGEN nach dem Reigen des REIZENDEN HERRN ARTHUR SCHNITZLER (1996); Der Dreck und das Gute, das Gute und der Dreck (Essay, 1992), SCHWABSammlung (Prosa aus dem Nachlass, mit einer CD, 1996) und In harten Schuhen. Ein Handwerk (Tagebuch aus dem Nachlass, 1999).

»Schwab, das Genie, das Monster, das Ekel« (DIE ZEIT ) war der Tenor der Reaktionen auf seine Provokationen, die in einer bis dahin unerhörten neuen Sprache Schwabisch mit der Kultur ins Gericht gehen und jede Sublimierungstünche wegwischen. Eine schmerzhaft verrenkte Sprache tobt in seinen Texten, manchmal parodistisch, manchmal expressiv, immer aber wahnsinnig (und) komisch. Zwar ist in dieser Sprache nichts unverrückbar und nichts heilig, aber etwas nimmt sie doch ernst: aufzuzeigen, dass »alles lächerlich ist, wenn man an das Leben denkt.«



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