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Julien Gracq
Aufzeichnungen aus dem Krieg


Aus dem Französischen von Dieter Hornig
2013
ISBN: 9783854208389
22.- €
gebunden mit Lesebändchen, 21 x 13 cm
192 Seiten


Das Buch
Als 2011 die Manuscrits de Guerre aus Julien Gracqs Nachlass erschienen, wurden sie in Frankreich sofort zu einem literarischen Ereignis die Neugier, von diesem eigensinnigen und unbeirrbaren Meisterstilistiker endlich auch ein authentisches »privates« Zeugnis lesen zu können, machte diese Aufzeichnungen zu einem der meistgelesenen Bücher des Jahres.

Julien Gracq beschreibt in diesem Journal seine Zeit als Leutnant vom 10. Mai bis zum 2. Juni 1940 in Flandern, wenige Kilometer entfernt von Dünkirchen. Und er beschreibt sie gewissermaßen in zwei Genres, einmal als unmittelbare Tagebuch-Aufzeichnungen und, in einem zweiten Heft, verwandelt in eine klassische Erzählung. Seine Sätze sind, schon am Beginn seiner literarischen Laufbahn (erschienen war bis dahin erst der kleine Roman Auf Schloß Argol, 1938), von bemerkenswerter Präzision und einer sinnlichen Schärfe, die sogar die tristen Ereignisse des Soldatenalltags magisch zu verwandeln imstande ist. Gracqs Schilderung vermittelt sowohl die ungeheuer spannende Situation vor Ort, als auch das lächerliche und nervenbelastende Warten in diesem »Kriegsspiel«, das ja die zentrale Erfahrung in den großen Romanen Gracqs (Das Ufer der Syrten, Der Balkon im Walde) darstellt.

Französischen Presse zur Originalausgabe
»L'impression de découvrir l'inspiration, l'esprit d'origine, l'apprentissage, et quelque chose comme un écrivain au naturel. Un débutant, dirait Gracq. C'est retrouver les lignes de force à venir. La cadence de la phrase, plutôt lente, est déjà là, le vocabulaire, la connaissance et le goût des paysages aussi. La pudeur de Julien Gracq nous touche. Jamais il n'accentue. Pas de pathos, pas de drame, pas de sang, pas d'émotion, pas de morbidité: les faits.
Parmi les motivations de l'écriture, Gracq évoquait ›le goût défensif de donner forme et fixité à quelques images élues qui vont inévitablement s'étiolant‹. Voilà qu'il a épinglé la défaite et transformé l'impalpable temps en matière: un livre, témoignage désintéressé d'une histoire que nous n'avons pas fini d'explorer.« Alice Ferney, Le Figaro, 31 mars 2011

»Lire ce Gracq d'avant Gracq, c'est découvrir l'origine des phrases, c'est comprendre la dignité d'une vie accrochée aux mots, c'est savoir qu'une langue tenue témoigne de toutes les hauteurs à terre.« Antoine Perraud, La Croix, 7 avril 2011

»Les Souvenirs, premiers carnets du grand chemin, nous restituent Julien Gracq dans toute l'étendue de ses jeunes dons: ceux de l'historien d'une guerre sans nom, du géographe des pays froids, du climatologue de l'expectative, du musicien du ›silence magique‹, et du romancier wagnérien de l'attente, posté à la frontière du réel et du fantastique.« Jérôme Garcin, Le Nouvel Observateur, 14-20 avril 2011

»C'est donc un véritable système d'écho qu'on peut ici repérer. Entre les récits des deux cahiers, comme entre ceux-ci et le roman à venir. On tient désormais les textes à partir desquels la poétique gracquienne prit un nouvel essor.« Jean-Claude Lebrun, L'Humanité, 14 avril 2011

»Il en va tout autrement du ›récit‹ qu'il a au demeurant signé de son pseudonyme. Il contient des pages magnifiques, qu'on lit dans le ravissement et dont aucun fan de Gracq ne pourra plus jamais se passer. Cette petite centaine de pages compte parmi les plus belles qu'il nous a heureusement ! laissées.« Jacques de Decker, Le Soir

Pressstimmen zur deutschen Übersetzung
"Der Blick, der Stil, die Sprache: Bei Julien Gracq war allen von Anfang an da, wie seine posthum veröffentlichten Aufzeichnungen aus dem Krieg belegen." Jochen Schimmang, FAZ

"Die Absurdität des Krieges wird sichtbar, der große Fatalismus, die große Aussichtslosigkeit" Ursula März, SRW2

"Was schön ist, sind die Landschaftsbeschreibungen, die Sternenhimmelbeschreibungen, wie Gracq sich an seinen eigenen Stil `heranschreibt´. Das ist sehr schön zu beobachten." Eberhard Falcke, SWR 2

"Julien Gracqs eindringliche Sprache, die dichte Atmosphäre, die sie knüpft, seine Liebe zum Detail und der Topographie der Handlungsorte, erschaffen eine an Empfindungen außerordentliche reiche Welt." Thomas Palzer, DLF Büchermarkt

»Das wahrlich Spannende dieses Literaturfundes erfährt dann durch den Konterpart der schlicht "Erzählung" genannten Erzählung eine zusätzliche Steigerung. Denn in der Übertragung des Lebens in die Fiktion lässt sich so wie kaum jemals an andrer Stelle bei Gracq dessen schriftstellerische Arbeitsprinzipien studieren. Es ist, als sähe man ihm über die Schulter: wie er am Schreibtisch sitzt, Sätze aus dem Tagebuch aufgreift, sie melodisch umformt, aufregende Bilder findet, einen dramaturgischen Bogen komponiert.« Alexander Kluy, Der Standard

»Gracqs eindringliche Sprache, die dichte Atmosphäre, die sie knüpft, seine Liebe zum Detail und der Topographie der Handlungsorte, erschaffen eine an Empfindungen außerordentliche reiche Welt.« Thomas Palzer, Deutschlandradio

»Die Kollision von Schrecken und Naturidyll, von Instinkt und Gehorsam
akzentuiert die Absurdität des Kriegs. Frühe, große Gracq-Prosa: schaurig schön, magisch.« Ingeborg Waldinger, Wiener Zeitung

»Es entsteht das nahezu surreal anmutende Bild eines kleinen, vollkommen verlorenen Trupps, der sich isoliert durch fremde, fast stumme, oft nächtliche Traumlandschaften bewegt. Gerade weil Gracq alle historischen oder politischen Deutungen radikal heraushält aus seiner Prosa, gewinnt der Krieg bei ihm eine Präsenz, die fast einzigartig ist in der Literatur des 20. Jahrhunderts. Julien Gracqs Aufzeichnungen sind ein außerordentliches Zeugnis und zugleich bereits ein bedeutendes literarisches Werk.« Wolfgang Matz, Merkur

"eindringlich und imposant ... Julien Gracqs "Aufzeichnungen aus dem Krieg" bestechen mit ihren "sorgfältigen Momentaufnahmen" aus einem Krieg, über dessen Ausgang wie "moralische Qualität" keinerlei Zweifel bestehen." Erich Klein, ORF ex libris

»Die beiden kurzen Texte bieten also eine hochreflektierte Ergänzung zu Gracqs bislang vorliegendem Werk, für deren Veröffentlichung man der Herausgeberin ebenso danken kann wie dem Übersetzer und dem Verlag der deutschen Fassung. Der im Vorwort von Dieter Hornig geäußerten Einschätzung, dass mit Gracqs Kriegsaufzeichnungen ein Text zur französischen Niederlage von 1940 vorliegt, der aufgrund seiner analytischen Schärfe und seiner stilistischen Prägnanz an die Seite von Marc Blochs Étrange défaite (zuerst postum 1946, deutsch als Die seltsame Niederlage, 2002) und Claude Simons La route des Flandres (Die Straße in Flandern, 1960) zu stellen ist, kann man nur uneingeschränkt zustimmen.« Olaf Müller, Literaturkritik.de

»Die Erinnerungen an die Westfront 1940 bieten ein einzigartiges Leseerlebnis.
Brillant und magisch erzählt. Absolut empfehlenswert.« Stanislav Struhar, Thalia Buchhandlung

»In der für Gracq kennzeichnenden genauesten Beobachtung wird das Geschehen in seiner atmosphärischen Dichte vermittelt.« Volker Strebel, Universitas



Zum Autor
Julien   Gracq,   1910   als   Louis   Poirier   geboren,   war   Lehrer   für   Geographie;;   er   hatte   am   Beginn   seines   literarischen   Schaffens   Kontakte   mit   dem   Surrealismus   und   war   mit   André   Breton   befreundet.   Den   Prix  Goncourt  für  seinen  zweiten  Roman,  Das  Ufer  der  Syrten,  1951,  lehnte  er  ab,  nahm  auch  in  der   Folge   eine   kritische   Haltung   gegenüber   dem   ›Literaturbetrieb‹   ein   und   lebte   bis   zu   seinem   Tod   2007   zurückgezogen  in  Saint-­Florent-­le  Vieil.  Gracq  ist  einer  der  großen  Einzelgänger  der  Literatur  des  20.   Jahrhunderts,  sein  Werk  erschien  schon  zu  Lebzeiten  in  der  Bibliothèque  de  la  Pléïade.
Bei   Droschl   lieferbar   sind   Gracqs   Erinnerungen   an   seine   Kindheit   und   Jugend   in   Nantes   (Die   Form   einer  Stadt),  die  Erzählungen  Die  Halbinsel  und  seine  berühmten  Aufzeichnungsbücher  Lesend  schrei-­ ben  und  Witterungen  II,  sowie  ein  Band  Gespräche;;  außerdem,  in  der  Essay-­Reihe,  Philippe  le  Guillous   Besuche  bei  Gracq,  Das  Mittagessen  am  Ufer  der  Loire  (2010).

 


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