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Elfriede Gerstl
Mittellange Minis. Werke Band 1


2012
Hrsg. von Christa Gürtler und Helga Mitterbauer
in Zusammenarbeit mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
ISBN: 9783854207979
24.- €
gebunden mit Lesebändchen, 21 x 15 cm
ca. 200 Seiten
mit Fotos und Faksimiles

Die Wiener Dichterin Elfriede Gerstl (16. Juni 1932 9. April 2009) zählt zu den Größen der österreichischen Literatur nach 1945. Ihr schmales und in verschiedenen Verlagen und Medien erschienenes Werk soll mit dieser Werkausgabe in all seinen Facetten und in seinem ganzen Umfang sichtbar werden und die Singularität dieser »Untertreibungskünstlerin« (Wendelin Schmidt-Dengler) dokumentieren. Die vierbändige Gesamtausgabe folgt chronologisch den publizierten Büchern, wobei die Mischung der verschiedenen Gattungen, von Lyrik bis Essay und Hörspiel, eben Elfriede Gerstls Poetik des Albums, beibehalten wird. Jeder Band enthält einen ausführlichen Kommentar zur Entstehung und Publikationsgeschichte der einzelnen Texte, Fotos und Materialien aus dem entsprechenden Zeitraum, der letzte Band darüber hinaus eine umfassende Würdigung ihres Schaffens und ihrer Persönlichkeit.

Der erste Band der Gesamtausgabe, der zu Elfriede Gerstls 80. Geburtstag (16. Juni 2012) vorgelegt wird, enthält die Texte ihrer ersten Buchpublikationen, Gesellschaftsspiele mit mir. Wenig übliche Geschichten und Gedichte (1962), Mittellange Minis (Gedichte, 1967), Berechtigte Fragen (Hörspiele, 1973) und den legendären Roman Spielräume (1977).

Die geplanten Einzelbände der Gesamtausgabe, die jedes Jahr zum Geburtstag der Autorin erscheinen werden:
  • Band 1 Mittellange Minis. Werke 1962-1977
  • Band 2 Behüte behütet. Werke 1982-1993, Juni 2013
  • Band 3 Haus und Haut. Werke 1995-2009, Juni 2014
  • Band 4 Tandlerfundstücke. Verstreut publizierte und unveröffentlichte Texte, Textkarten, Materialien, 1955-2009, Juni 2015

Subskription bei Abnahme des Gesamtwerkes möglich.

Pressestimmen
»Elfriede Gerstl war eine Meisterin der lyrischen Reduktion. Wolkiges Wortgepluster war ihre Sache nicht. Dabei hat sie der strengen Avantgarde der Sechziger einen erfrischenden Schuss Ironie beigefügt. Eine Autorin, die zu entdecken bleibt. Hier kann man Gerstls Frühwerk aus den 60er und 70er Jahren in einer mustergültigen Edition nachlesen.« Günter Kaindlstorfer, BR Diwan + Ö1 Kulturjournal

»Im Gegensatz zu so manchem österreichischen Übertreibungskünstler überzeugt Gerstl mit der eigensinnigen Kunst der Untertreibung. Die "Mittellangen Minis" bieten die Möglichkeit, diese Kunst beim Lesen wieder zu genießen.« Christa Gürtler, Die Furche

»Gerstl beherrscht die Kunst der Klarheit, Leichtigkeit, Präzision und stilistischen Frische. Eine Kunst, die heute gelinde gesagt umwerfend wirkt.« Sabine Strobl, Tiroler Tageszeitung

»Gerstl ist eine Virtuosin der kleinen Form.« Wolfgang Paterno, Profil

»Präzise Alltagsbeobachtungen im ironisch-verspielten Tonfall kennzeichnen die Texte der passionierten Wörter- und Kleidersammlerin.« Sophie Weilandt, ORF a.viso

»Die Gegenwartsliteratur hat sich von Destuktion, Dekonstruktion, Provokation, Experiment verabschiedet und ein Publikum gefunden, das mit literarischer Genremalerei, Kriminalgeschichte und Fantasy zufrieden ist. Die Publikation von Gerstls Poesien sollte und könnte noch einmal diese bisher letzte heroische Epoche der Literatur nach dem Krieg ins Gedächtnis rufen.« Hannelore Schlaffer, NZZ




© Manfred Thomas
Elfriede Gerstl, am 16. Juni 1932 in Wien geboren und am 9. April 2009 dort gestorben, überlebte als Jüdin die NS-Zeit in mehreren Verstecken. Sie studierte Medizin und Psychologie, brach das Studium ab, heiratete Gerald Bisinger; Geburt einer Tochter.

Als einzige Frau im Umkreis der Autoren der ›Wiener Gruppe‹ und der frühen Aktionisten, die aus Wien vertrieben wurden, lebte sie in den bewegten 60er Jahren in Berlin, seit 1968 wieder in Wien, wo sie konsequent außerhalb des Literaturbetriebs steht.

Veröffentlichungen seit der Mitte der 50er Jahre; für ihr Werk erhielt sie den Erich Fried-Preis und den Georg Trakl-Preis, 2004 den Ben Witter-Preis und 2007 den Heimrad Bäcker-Preis.

Bei Droschl lieferbar: Spielräume (Roman, 1977), Neue Wiener Mischung (1982/2001), LOGO(S) (Postkarten, zs. mit Herbert J. Wimmer, 2004), Mein papierener Garten (Gedichte, 2006), lebenszeichen (2009) und die mit Herbert J. Wimmer herausgegebene Anthologie Ablagerungen (1989).

Über Elfriede Gerstl erschien ein DOSSIER-Band , herausgegeben von Konstanze Fliedl und Christa Gürtler.

»Lebenszeichen« nannte Elfriede Gerstl die Sammlung von Gedichten, Träumen, Denkkrümeln und Postkarten, die zum größten Teil 2006 bis 2009 entstanden sind und an der sie bis zuletzt arbeitete.

Mit einem Nachwort von Elfriede Jelinek und Illustrationen von Heinrich Heuer, Angelika Kaufmann und Herbert J. Wimmer erscheint der Band Ende April posthum im Literaturverlag Droschl. In ihrer Lakonie, in ihrer kunstvollen und gewitzten Unaufgeregtheit noch den berühmten "letzten" Fragen gegenüber sind auch diese Lebenszeichen Dokumente einer der ganz großen und unbeirrbaren Dichterinnen deutscher Sprache in österreichischer Färbung. Das Buch wird am 30. April ausgeliefert.

»Wer eine Telenovela gesehen hat, braucht ein paar zarte Gerstl-Texte, um wieder gesund zu werden, das ist das notwendige Medikament angesichts einer solchen Kunstkonfektion oder Konfektionskunst. Die kleinen Textpartien bei Elfriede Gerstl mögen als Bagatellen gelten, aber diese Bagatellen haben eine exquisite Tradition: Hier muss sich die Spannkraft jedes einzelnen Satzes bewähren, hier kommt es auf Wortfolge an, auf die kleinsten rhythmischen Einheiten. Peter Altenberg und Franz Kafka, Konrad Bayer und H. C. Artmann, das sind die Meister dieser Kunst, die aus dem Minimalen das Maximum herauszuholen imstande waren, und das ist ein Zusammenhang, der sich sehen lassen kann.« (Wendelin Schmidt-.Dengler)

»Der Tandelladen Literatur ein stärkeres Gegenbild zum hehren Tempel der Dichtkunst lässt sich nicht finden. Elfriede Gerstl hasst alles Prätentiöse und Pathetische wie die Pest. (…) Eine Meisterin des Minimalismus, die den Diminutiv zur künstlerischen Methode gemacht hat.« (Daniela Strigl, Falter)

»Die Literatur der Elfriede Gerstl gehört zum Feinsten, was die österreichische Gegenwartsliteratur zu bieten hat. Gerstls Lyrik nimmt einem die Scheu vor Gedichten, sie ist anspruchsvoll und ansprechend zugleich. Es gibt lustvolle Breitseiten, spitzzüngig Geschliffenes, zarte Umkreisungen von Nähe, Zuneigung und über die Jahre verteilt wundervolle poetologische An- und Ausflüge. Elfriede Gerstl ist eine wache Beobachterin gesellschaftlicher Veränderungen auf verschiedensten Ebenen. Zu ihren Verdiensten zählt aber auch, das Gewichtige leicht darstellen zu können. Wenn sie in ihren Essays und Gedichten komplexe Zusammenhänge durchdringt, geschieht das so luzide wie lakonisch.« (Petra Nachbaur, Wiener Zeitung)

 


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