Startseite Aktuell Über uns Referenzen Kontakt wellmann.literaturbüro - presse lektorat konzepte [Logo]
Aktuelles [Foto]

LEISTUNGEN

Aktuelle Projekte


Presse-/Öffentlichkeitsarbeit
Veranstaltungen
Lektorat


Oksana Sabuschko
Planet Wermut. Essays


2012
ISBN: 9783854207955
19.- €
gebunden, 21 x 13 cm
168 Seiten

Die UKRAINE, das ist für den durchschnittlich gebildeten Mitteleuropäer: einer der Austragungsorte der Fußballeuropameisterschaft 2012, das ist Tschernobyl, das ist der Holodomor, eine der größten und künstlich herbeigeführten Hungerkatastrophen des 20. Jahrhunderts, das ist der schon zwanzig Jahre dauernde schwierige Weg zur nationalen Selbstfindung, und das ist Oksana Sabuschko, die wütendste und leidenschaftlichste epische Stimme dieses Landes. In ihren Romanen und Essays, Analysen und Kommentaren wird sie nicht müde, die verkommene Moral der herrschenden Klasse anzuprangern und deren Wurzeln in den Geschichtsmythen des Landes offenzulegen. Glauben Sie aber bloß nicht, das alles seien rein ukrainische Probleme und gingen uns nichts an! Der Umgang mit der Geschichte, mit Fragen des Geschlechterverhältnisses, mit Sexualität, mit Kolonialismus, das führt tief in die moralische Verantwortung jedes Einzelnen hinein, und niemand analysiert diese Verflechtungen lebendiger, kraftvoller und unverwechselbarer als Oksana Sabuschko, deren Romane ja immer für beides gerühmt werden: ihren Stil und ihren politisch-philosophisch-historischen Horizont.

Planet Wermut enthält Aufsätze über Fußball und Tschernobyl und Lars von Trier, über die politische Verantwortung im Zeichen virtueller Realitäten und mit ihrem Essay über die Autorin in kolonialen Kulturen einen programmatischen und für das ganze östliche Europa grundlegenden Text zu Feminismus und Postkolonialismus.

Pressestimmen
»Oksana Sabuschko ist eine streitbare und hellsichtige Essayistin, die auf vielen Feldern aktiv ist: Sie analysiert die ukrainische Liebe zum Fussball, der auch im Westen als Ersatz für den verpönten Nationalismus akzeptiert wird. Sie reflektiert die Rolle der ukrainischen Schriftstellerin, deren Engagement für die Kulturnation immer Gefahr läuft, die eigene Gender-Identität aus dem Auge zu verlieren. Und schliesslich verweist sie auf den Reichtum der ukrainischen Literatur, die im Westen aus Ignoranz nicht wahrgenommen wird und in der Ukraine vom Pathos des offiziellen Kulturbetriebs erdrückt wird.« Ulrich M. Schmid, NZZ

»Oksana Sabuschko erklärt uns ihre ukrainische Heimat, Oligarchen-Fußball und die Welt nach Tschernobyl.« Sabine Berking, FAZ

»Der Text (...) ist ganz und gar außergewöhnlich. Hemmungslos angriffslustig und voller Angriffsflächen. Ironisch, pathetisch, tieftraurig und versiert mit den neuesten Diskurswerkzeugen hantierend.« Hans-Jost Weyandt, Spiegel Online

»Bu&776;cher von Oksana Sabuschko zu lesen, ist in der Ukraine inzwischen eine Art Chiffre fu&776;r Intellektualität« Tagesspiegel, Interview Jens Mühling

»Der titelgebende Aufsatz ist ein Geniestreich. Klügeres als diese 60 Seiten voll intellektueller und rhetorischer Brillanz über das "Land an der Grenze" zwischen Ost und West lassen sich schwer finden. Es beginnt mit einer Erleuchtung. Die Erzählerin steigt in Kiew aus einem Bus, die Szenerie wird plötzlich von fremdartigem Licht überstrahlt: "Es dauerte eine Minute, vielleicht auch zwei. Es war schon fast ein Sommertag gewesen, lichtdurchflutet, die Bäume standen in voller Blüte." Gewitterwolken türmen sich hoch in den Himmel, ein kurzer Schneesturm bricht los. Wir schreiben den 26. April 1986 es ist der Tag von Tschernobyl.« Erich Klein, Falter

»Oksana Sabuschko ist eine Meisterin des assoziativen Schreibens. Das verleiht ihren belletristischen Arbeiten einen besonderen Sog, einen großen narrativen Flow, der niemals an der Oberfläche bleibt, sondern sich auf unablässigem, fieberhaftem Tauchgang nach noch den verborgensten Unterströmungen befindet.« Katharina Granzin, Frankfurter Rundschau

»Die ukrainische Powerfrau Oksana Sabuschko schreibt über Korruption und Verantwortung, Tschernobyl und Fussball. Mit kaltem Verstand und heissem Zorn.« Martin Ebel, Tages-Anzeiger

»In Ihrem Essayband verbindet sie das Politische mit dem Literarioschen. Sie zeichnet ein Bild ihres Landes und greift universelle gesellschaftliche Probleme auf.« Erika Achermann, St. Galler Tagblatt

»Sabuschko, die mit ihren galligen Feldstudien über ukrainischen Sex starkes internationales Aufsehen erregt hat, zollt in ihren Essays dem Wermut Tribut. Und natürlich gibt es da viel Bitteres. Die Deformierung von Menschen in einer Diktatur, die ständige Reklamierung des Opferstatus, wenn die eigene Verantwortung nicht anerkannt wird, dies alles bietet wenig Anlass zu Optimismus, auch 20 Jahre nach der Unabhängigkeit von der UdSSR und auch nach der Orange Revolution nicht.« Magda Geisler, Der Freitag

»Mit ihrem ersten Roman "Feldstudien über ukrainischen Sex" wurde sie zu einem konstanten Stachel im Fleisch der robust patriarchalischen Nation. 2010 folgte ihr Monumentalroman "Museum der vergessenen Geheimnisse". Gerade ist "Planet Wermut" herausgekommen, eine Auswahl Ihrer Gesellschaftskritiken.« Katharina Granzin, taz

»Wer sich für Sabuschkos brillant formulierte Gedankengänge Zeit nimmt, erhält nicht nur Einblick in das ausgeklügelte OEuvre dreier großer Künstlerpersönlichkeiten, sondern
vor allem eine in dieser literarischen Wucht zuvor kaum geschaffene Vorstellung von den apokalyptischen Dimensionen des Reaktorunglücks im April 1986.« Bruno Lässer, Vorarlberger Nachrichten

»bittere und wortgewaltige Analysen« Bernadette Lietzow, Tiroler Tageszeitung

Sabuschko »erzählt von der Verkommenheit vergangener und herrschender Verhältnisse, vom Erlebnishunger ihrer Landsleute nach Jahrzehnten der Unfreiheit, von patriarchalischen Herrschaftsmustern und von den Mythen der ukrainischen Geschichte, die während der Sowjetherrschaft verpönt waren.« Barbara Kaufmann, Ö1




© Ivan Put
Oksana Sabuschko, die wichtigste Schriftstellerin der heutigen Ukraine, wurde 1960 geboren und lebt in Kiew. Sie hat ein Philosophie-Studium abgeschlossen, an der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften gearbeitet, war als Fulbright-Stipendiatin in Harvard und Pittsburgh und als writer-in-residence 1992 an der Penn State University. Gegenwärtig ist sie Vizepräsidentin des ukrainischen Pen-Zentrums und schreibt regelmäßig für Zeitschriften und Magazine zu literarischen Themen. Ihr Werk ist in mehrere Sprachen übersetzt und wurde u. a. mit dem Global Commitment Foundation Poetry Prize 1997 ausgezeichnet.

Sabuschko publizierte seit Mitte der 80er-Jahre mehrere Lyrikbände (ein Auswahlband in englischer Übersetzung erschien 1996 in Toronto), mehrere Erzählungen und politisch-philosophische Studien, sowie 1996 den Roman Feldstudien über ukrainischen Sex, der noch vor dem Erscheinen als Raubdruck zirkulierte und den Namen der Autorin berühmt machte. Im November 2009 erschien ihr Roman Museum der vergessenen Geheimnisse in Kiew, der seitdem die ukrainischen Bestsellerlisten anführt.

Autorenfoto
© Literaturverlag Droschl
 


© 2006 - 2009 wellmann.literaturbüro
 


» zum Seitenanfang