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Tor Ulven
Dunkelheit am Ende des Tunnels


Geschichten
2012

ISBN: 9783854207931
19.- €

gebunden, 21 x 13 cm
136 Seiten


Nachts, eine alte Frau schaut schlaflos aus dem Fenster in ein Café gegenüber, in dem sich neben dem Kellner noch drei späte Gäste befinden, ein Pärchen und ein dicker alter Mann. Niemand spricht, Zigaretten werden angezündet, die Gedanken der fünf Personen mäandern sich einsam auf einen Punkt zu, »an dem wir glauben, es nicht mehr auszuhalten, keine Woche, keinen Tag, keine Stunde, keine Minute, keine Sekunde länger, aber wir sagen uns, Nur noch eine Sekunde, eine Minute, eine Stunde, einen Tag, eine Woche, dann ist Schluss.«

Tor Ulven gilt inzwischen als einer der bedeutendsten Dichter in der norwegischen Nachkriegsliteratur. In den 80er und frühen 90er Jahren, mitten in der Zeit der New Economy und der boomenden Pop-Literatur, schrieb er seine finsteren Bücher, die mit manchmal beißendem Sarkasmus von Vergeblichkeit und Lebensunlust künden. Seine Erzähler sitzen im Dunklen und protokollieren ihre Schlaflosigkeit, sie geben sich ihren Ängsten hin oder verschwinden in ihren Erinnerungen. In Ulvens letztem zu Lebzeiten veröffentlichten Prosaband Dunkelheit am Ende des Tunnels ist das Leben bereits so unerreichbar fern, ist das erzählende Ich schon so getrennt von der Welt, dass es den Anschluss an das Leben der anderen draußen nur mehr über komisch-verzweifelte Gedankenanstrengungen zu erreichen versucht. Es sind Endspiele, und in der Tat tritt die Welt von Samuel Beckett, seine Lakonie, sein Witz, seine zunehmende Reduktion, auch in Tor Ulvens Werken zutage.

Wir treten beim Lesen in eine Welt ein, die uns gefangennimmt durch ihre klaustrophobe Konzentration und ihre zwingenden kleinen Gedankenspiele und die uns erschreckt mit ihren Abgründen, ihrer Verzweiflung und Aussichtslosigkeit. Eine literarische Entdeckung ersten Ranges!

Pressestimmen
»Die Radikalität, mit der Ulven die Möglichkeiten der Sprache, der Phantasien, der Albträume ausreizt, begeistert (…) Ulven schreibt, wie Joy Division spielt.« Peter Urban-Halle, FAZ

»Es gilt, Ulvens ungemein verdichtete Wahrnehmungssplitter langsam und genau zu lesen. Dann entwickeln sie ihren düsteren Sog.« Christoph Schröder, Kulturspiegel

"Erst jetzt lässt sich dank Bernhard Strobels Übertragungsleistung erstmals Ulvens Prosa in ihrem ganzen postnihilistisch eloquenten Furor nachlesen. Vente og ikke se hieß dieser Band, Ulvens letzter zu Lebzeiten gedruckter, im Original, wörtlich "Warten und nicht Sehen". Die Protagonisten sehen - und sehen doch nichts, die Welt ist in den neun Geschichten zusammengeschrumpft auf nichts: das Nichts der Worte, der Bezeichnungen, der Bedeutungen und der Beziehungen. Nicht zufällig hat Ulven Samuel Beckett und auch Claude Simon übersetzt." Alexander Kluy, Der Standard

»In seinen Erzählungen nähert Ulven sich Autoren wie Cioran oder Céline, Kafka oder Beckett Das ist kein Autor für viele, das ist einer für wenige Leser, aber die werden ihn mögen. Es ist seine fast lyrische Sprache und der lakonisch-präzise Stil, die den Lebensüberdruß dieser Geschichten abfängt, auffängt. Es ist das alte Trost-Versprechen der Kunst, aufs Neue eingelöst.« Thomas Fechner-Smarsly, WDR 3

"Ulven schreibt, wie Joy Division spielte. Er philosophiert über das Zusammenhanglose des Daseins. In all seinen Geschichten, die eher Texte sind, wird das Eine sichtbar: Das Gefühl zu leben ist paradox, einerseits gibt es die Freude an der konkreten Wirklichkeit, andererseits die klare Einsicht der Vergänglichkeit." Peter Urban-Halle, Deutschlandradio

"Das Buch entwickelt auf der kurzen Strecke einen beachtlichen sprachlichen Sog." Christoph Schröder, Tagesspiegel

»Trübsinniger, elegischer, verzweifelter als Ulven kann man nicht schreiben . Bereits der Titel des von Bernhard Strobel glänzend übersetzten Erzählbands, markiert die Richtung, die Tor Ulven einschlägt: mitten hinein ins Herz der existenziellen Finsternis.« Günter Kaindlstorfer, ORF ex libris

»Eigentlich wären Tor Ulvens Geschichten ein perfekter Begleiter gewesen, um durch den Januar zu kommen, doch auch wenn Dunkelheit Am Ende des Tunnels mit ein paar Tagen Verspätung erscheint, wird es natürlich trotzdem noch auf sehr viel Verständnis treffen. Mit beißendem Sarkasmus und trockenem Witz erzählt er von Vergeblichkeit und Lebensunlust.« Carsten Schrader, PostArtCore

»Man darf mit traurigen Augen bewundern, wie Ulven seine Worte fand.« Peter Pisa, Kurier

»Wie genau kann man beschreiben, was unbeschreiblich scheint?
Kompromisslos lotet er die Möglichkeiten der Sprache, der Phantasien, der Albträume aus. Er macht keine Zugeständnisse an den üblichen Geschmack, seine Geschichten sind nicht im hergebrachten Sinne lesbar, so wenig, wie er sein Leben und das Leben an sich als lebbar empfand.« Peter Urban-Halle, Badische Zeitung

»Der Band verrät auf kleinstem Raum eine universelle Dynamik. Ulvens Geschichten klingen finster und sarkastisch. Dennoch leuchten sie. Leitmotivisch schwebt eine laue Meeresbrise durch diesen Band und hält vage und seit lange ungesehen die Erinnerung ans Meer und seine Weite wach. So braucht man als Leser diese rabenschwarze Melancholie keineswegs zu teilen, um nicht doch davon fasziniert zu sein.« Beat Mazenauer, literaturkritik.de

»Mit klarem Verstand beleuchtet Ulven die inneren Abgünde des Lebens ... schwer beeindruckend!.« Christoph Hartner, Kronen Zeitung

»Nach der Lektüre von Dunkelheit am Ende des Tunnels war die Welt anders. Sie gibt einem Mut, die unerträglichsten Dinge zu denken. Ulven hat in mir etwas bewirkt, was Ibsen nicht geschafft hat. Er ist der größte Autor, den Norwegen je hatte.« Bjarte Breiteig, Schriftsteller

»Tor Ulvens Geschichten sind radikal eingeschmolzen auf das Wesentliche ... intensiv!« Helmuth Schönauer, biblio.at

»Ein faszinierendes, beeindruckendes Buch, das herausfällt aus der Masse an Neuerscheinungen« Buzzaldrins Wordpress




© Lars Aarønæs
Tor Ulven wurde 1953 in Oslo geboren, wo er nahezu sein ganzes Leben verbrachte. Er begann als bildender Künstler und nahm an der World Surrealist Exhibition in Chicago 1976 teil, aber 1977 erschien bereits sein erster Lyrikband. Nach einem nervösen Zusammenbruch verließ er seine Wohnung kaum mehr. Erst gegen Ende der 80er Jahre beginnt er wieder zu veröffentlichen, zuerst eine René-Char-Übersetzung (er übersetzte auch Claude Simon und Samuel Beckett), danach Gedichte und ab 1990 nur noch Prosatexte.

Er erhielt einige Literaturpreise, war ein bei Kollegen, Kritikern und Lesern angesehener Autor und spielte in einer Band, die bei ihm zuhause probte. Am 18. Mai 1995 setzte er seinem Leben, mit 41 Jahren, selbst ein Ende.

Dunkelheit am Ende des Tunnels, 1994, ist Ulvens letztes Buch zu Lebzeiten, das erste auf deutsch.



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