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László Garaczi
Bekenntnisse eines Lemuren


Roman
2011

Aus dem Ungarischen von György Buda

ISBN: 9783854207856
19.- €


gebunden, 21 x 13 cm
192 Seiten

Das Buch
László Garaczi führt seinen Erzähler, dem der Eintritt in ein befriedigendes Liebes- und Sexualleben nicht so recht gelingen will, mit der Aufnahme in den Militärdienst tiefer in die goldenen Jahre des ungarischen Sozialismus hinein. Aber dieses Buch ist keine Militärklamotte, es ist keine humoristische Erinnerung an Albernheiten eines ohnehin belachten Systems und es ist auch keine Anklage gegen die Inhumanität dieses Systems! Unmenschlichkeit und Brutalität hat der Erzähler lange vor dem Militär kennengelernt, schon in der Schule, schon in der Familie (Territorien, die Garaczi schon in seinem zweiteiligen Roman Die wunderbare Busfahrt erkundet hat); Unmenschlichkeit steckt gewissermaßen im Herzen dieser Welt, Erniedrigung und Missbrauch gehören zum täglichen Geschäft der Menschen, das Militär ist nur ein weiterer Schauplatz, an dem diese Fähigkeiten brillant trainiert werden.

Der junge Mann mit dem Spitznamen ›Knochen‹ ist bereit, alles zu tun, um diesem Abrichtungssystem zu entgehen, bevor er gebrochen wird, bricht er sich lieber selbst den Arm. Unbestimmte, undeutliche Wünsche und Sehnsüchte treiben ihn an, die zu formulieren er nicht in der Lage ist; stattdessen sammelt er Wörter, seltsame, komische Ausdrücke, notiert sie in sein Heft und bleibt, vorerst, stumm eine Ahnung vielleicht, dass nur das Wahrnehmen, das Benennen und am Ende das Aufschreiben aus der Lähmung und aus dem Grauen der Verhältnisse hinausführen können. Paradoxerweise schafft er am Ende, was ihm zu Anfang verwehrt blieb: nun, da er ein ›Mann‹ ist, erhört ihn Kamilla doch noch.

László Garaczi hat sich inzwischen als unbestechlicher Chronist der Erziehung und Anpassung an erniedrigende Bedingungen in die europäische Literaturgeschichte hineingeschrieben.

»Die Komplexität aus Humor, Ironie und herzzerreißender Tragik auf sprachlicher wie auch auf kompositorischer Ebene machen diesen Roman zu Garaczis liebenswertesten, wenn nicht bisher besten überhaupt.« Péter Dérczy, Prae

Pressestimmen zum Buch
"Ein Männerbuch, durch und durch, verstörend, aber mit komischen und poetischen Untertönen. László Garaczi, bekannt für schräge Romane und Erzählungen, legt einen Entwicklungsroman vor, der durch eine Höllenfahrt zu einem fast heiteren Finale gelangt. (...) Ein komplex oszillierendes Buch, dessen verschrobener Held sich ebenso intensiv einprägt wie das Schweiß-und-Drill-Milieu der Kaserne und Budapest Mitte der siebziger Jahre." Ilma Rakusa, NZZ

»Knochen, so der Spitzname des Erzählers, kaut Nägel, zappelt mit den Füßen und hatte noch nie eine Frau, wenn man von der erfolglosen Fummelei mit seiner Klassenkameradin Kamilla absieht. Keine guten Voraussetzungen, um in der brutalen Welt der Kaserne zu überleben...« Sabine Berking, FAZ

"Die Armee als Einrichtung der äußersten Verrohung und Brutalisierung ihrer Mitglieder: László Garaczi schickt einen introvertierten und erfolglosen Protagonisten zumWehrdienst in Ungarns Militär. Dort herrscht der Wahnsinn - für den Leser eine beeindruckende Zumutung." Jörg Plath, Deutschlandradio

"Schon der Umstand, dass György Buda das von Garaczi mit phänomenaler Liebe zum Detail zusammengetragene Vokabular der Soldaten, Feldwebel und Offiziere problemlos ins Österreichische übersetzen konnte, deutet darauf hin, dass man es beim Militär mit einer weltumspannenden Internationale der Niedertracht, Dämlichkeit und Gewalt zu tun hat. Garaczis Armeeroman erinnert den Rezensenten jedenfalls zu gleichen Teilen an seine eigene Militärdienstzeit in der Nationalen Volksarmee der DDR und an Stanley Kubricks Full Metal Jacket. Was Garaczis Buch über andere mit gleichem Thema hinaushebt, was Garaczis Bericht zu einem besonderen Kunstwerk macht sind die Aufmerksamkeit für kleinste Details und, so seltsam es bei diesem Thema klingen mag, eine oft hinreißend schöne, lakonische Sprache." Uli Hufen, WDR 3

"Schon mit dem Namen Lemur klingt die Selbstironie mit und eine Spur vom unverwechselbaren Garaczi-Jargon, der sich zwischen schlagfertigem Slang und einer geschliffenen Sprache bewegt und mit dem Garaczi ein Stück Zeitgeschichte spiegelt." Zsuzsanna Gahse, Stuttgarter Zeitung

»Es wäre eine grobe Reduktion, Garaczis Roman nur als Mentalitäts- und Gesellschaftsdiagnose zu lesen. So verstörend, grotesk und immer wieder auch poetisch gleichzeitig zu sein das gelingt nur mit den Mitteln der Kunst.« Cornelius Hell, ORF ex libris

»Was wurde bei den österreichischen Rekruten bis Ende der 1980er-Jahre doch nicht Angst geschürt vor den waff enstarrenden, hoch motivierten kommunistischen Armeen hinter dem Eisernen Vorhang. Dass es im Osten schon damals mit Kampfmoral, Disziplin und ideologischer Überzeugung ganz anders aussah, führt das neue Buch "Bekenntnisse eines Lemuren" des ungarischen Autors László Garaczi eindrucksvoll vor Augen.« Bruno Lässer, Vorarlberger Nachrichten

»Der Autor beschreibt die »Asche« aus Erfahrung; was Knochen erlebte, hat auch Garaczi erlebt. Sein Roman ist ein anrührendes und seltsames Buch.« Uwe Stolzmann, Neues Deutschland




© Barna Burger
László Garaczi, 1956 in Budapest geboren, besuchte die Pädagogische Hochschule und studierte Philosophie, lebt heute als freier Schriftsteller (meist in Budapest, manchmal in New York).

Er veröffentlicht seit den frühen 80er Jahren, Gedichte, Erzählungen, Theaterstücke. Bei Droschl lieferbar: Plastik (Prosa, 1985; dt. 1990), Die wunderbare Busfahrt (Roman in 2 Teilen, 1995 und 1998; dt. 1999); Pikasso sieht rot (Erzählungen, 2002)und Bekenntnisse eines Lemuren (Roman, 2011). Außerdem erschien Tanz der Wale (Theaterstücke, dt. 1994).

»László Garaczi gibt uns mit Witz und Furor Bilder, wie wir sie seit wann auch immer, vielleicht seit Jean Paul nicht mehr gelesen haben: Große Literatur, deren Tragik (falls das hier überhaupt eine zuständige Kategorie sein kann) darin besteht, dass sie komisch ist.«
(Guido Graf in der Basler Zeitung)



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