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José Saramago
Kain


ISBN: 978-3-455-40295-7

Originaltitel: Caim
Übersetzerin: Karin von Schweder-Schreiner

Seiten: 176, gebunden

19,99 EUR (D)
20,60 EUR (A)
32,90 SFR (CH)



Das Vermächtnis des Nobelpreisträgers

José Saramago war bekennender Atheist und eckte regelmäßig bei der katholischen Kirche an. In seinem letzten Roman schreibt er die Bibel kurzerhand um und lässt den Brudermörder Kain eine ganz eigene Reise durchs Alte Testament antreten. Mit Phantasie, Ironie und einem Schuss Boshaftigkeit führt der große Romancier die göttliche Allmacht ad absurdum.

"Die Geschichte der Menschheit ist die Geschichte ihrer Uneinigkeit mit Gott, weder versteht er uns, noch verstehen wir ihn", heißt es in Saramgos Kain, und es könnte das Motto des Buches sein. Saramago schickt seinen Kain an die unterschiedlichsten Schauplätze des Alten Testaments und lässt ihn aktiv an den biblischen Episoden teilhaben. So ist Kain dabei, als Abraham aufgefordert wird, seinen Sohn Isaak zu opfern, wobei er ihm überzeugend die Unsinnigkeit dieses Unternehmens vor Augen führt und Schlimmeres abwendet. Er interpretiert auf seine Weise die Zerstörung von Sodom und Gomorrha, ist fassungslos angesichts der Babel'schen Sprachverwirrung und findet sich am Ende auf der Arche Noah wieder. "Portugals bedeutendster Romancier" (Die Zeit) hat mit Kain ein kraftvolles, provozierendes letztes Werk geschrieben.

Pressestimmen

"`Kain´besitzt einen Charme, der Saramagos vorausgehenden Büchern abging: lakonische Eleganz. Stetig die Stilregister wechselnd, die Grenzbereiche von Ernst und Humor, von Nüchternheit und Agitation, von Reflexion und Erzählfreude auslotend, erreicht Saramago bei aller Polemik eine fragile Heiterkeit, die sich stets des drohenden Abgrunds bewusst ist.
Flörian Borchmeyer, FAZ

"Kains Brudermord ist ein schwerer, bedeutungsvoller Stoff, den Saramago allerdings mit einer virtuosen, anstrengungslosen Lässigkeit bewältigt, wie sie nur ganz großen und sehr alten Autoren vorbehalten ist." Tobias Heyl, SZ

"`Kain´ ist eine mit leichter Hand geschriebene Geschichte, die brillante ironische Passagen aufweist und sich mit großer Souveränität durch die Bibel bewegt." Rainer Moritz, Literarische Welt

Ein "beachtenswertes Buch. (...) Als Einstieg in das imposante Lebenswerk dieses Autors der Weltliteratur scheint es (...) besonders gut geeignet." Tobias Eisermann, WDR Passagen

"Ein starkes Buch (...). Die Sprache hat, was sie bei diesem Autor immer hat: Ironie und ungeheure Sogwirkung." Uwe Stolzmann, dradio.de

"Saramago prangert hier nicht bloß an, er stellt die Bibel mit den Mitteln der Rhetorik höchst unterhaltsam auf die Probe. Die Kirche sollte das aushalten können - und nicht ganz so strenggläubige Leser werden ihre Freude daran haben." Jan Ehlert, NDR Kultur

"Das Lesen lohnt (...), wegen des großen Themas `Woher kommt das Böse´und weil Saramago ein viel zu guter literarischer Handwerker ist, als dass ihm nicht immer auch zurechtrückende Fußnoten zur Menschheitsgeschichte einfielen" Harald Asel, rbb Inforadio

"Mit seinem Roman über den Brudermörder Kain ist der portugiesische Literatur-Nobelpreisträger, dessen literarische Bedeutung man auch mit Etiketten wie `Atheist´ und `Kommunist nicht schmälern kann, stellenweise womöglich näher an den Abgründen des Glaubens als so manches Süßholz-geraspel in sonntäglichen Predigten." Brigitte Schwens-Harrant, Die Presse

"Schön böse ist (...) das Ende des Buches. Kain, der auf der Arche mitfährt, tötet nach und nach alle menschlichen Passagiere des Schiffes. Noah, der keine Möglichkeit mehr hat, eine neue Menschheit zu gründen, bringt sich selbst um. Und Gott? Steht wieder allein da." Matthias Schnitzler, Berliner Zeitung

"Saramago beruft sich auf die Gewaltszenen und Bluttaten des Alten Testaments, um Gott einen bösartigen Charakter zu bescheinigen" Bayrischer Rundfunk, Forum

"Darf man die Bibel umschreiben? José Saramago hatte damit Erfahrung.(...) In seiner sehr lebendig geschriebenen, von feiner Ironie durchzogenen Erzählung pickt Saramago die gewalttätigen Seiten der christlich-jüdischen Überlieferung selektiv heraus." dpa

Saramago "erzählt mit der heiter zwinkernden Gelassenheit eines gläubigen Ungläubigen. Ein ketzerisches Gedankenspiel." Jens Dirksen, WAZ

"Lilith, eine Randfigur des Alten Testaments, lässt Saramago zu sinnlicher Schönheit und Erotik aufblühen eine Frau, die sich nimmt, was sie will, und sich nicht um Gott und die Welt schert." Ralf Döring, Osnabrücker Zeitung

"Kain´ist sicher kein Buch für Gläubige und Bibelfeste, aber eines, das zum Nachdenken zwingt, und dessen waghalsiges Denken beeindruckt" Regina Jerichow, Nordwest-Zeitung

"Als Meister der Provokation wird Literaturnobelpreisträger José Saramago (1922-2010) vielen in Erinnerung bleiben." Julia Zarbach, FALTER

"Fragen, die er aufwirft, schreien immer lauter nach ernst zu nehmenden Antworten." Peter Pisa, Kurier

"Saramago hält der Religion einen Spiegel vor und schlachtet zu diesem Zweck die im Alten Testament festgeschriebenen Geschichten von Rache und Gewalt weidlich aus. Das ist mitunter sehr amüsant zu lesen, aber auch polemischer, als es der Roman eigentlich verträgt." Ivona Jelcic, Tiroler Tageszeitung

"Oft nur durch Kommata getrennt, reiht er seine schadenfrohen Sätze wie Salven aneinander. Dieser Mann kann selbst unterhaltsam über die Bibel schreiben." Welf Grombacher, Freie Presse

Saramago "gelingt eine unterhaltsame Neubesichtigung einer schon lange manifestierten Erkenntnis. Es ist die Einsicht, dass die Geschichte der Menschheit die Geschichte ihrer Uneinigkeit mit Gott ist: "Weder versteht er uns, noch verstehen wir ihn." Kreiszeitung Syke




Isolde Ohlbaum
José Saramago, geboren am 16. November 1922 in Azinhaga in der portugiesischen Provinz Ribatejo, entstammt einer Landarbeiterfamilie. Nach dem Besuch des Gymnasiums arbeitete er als Maschinenschlosser, technischer Zeichner und Angestellter. Später war er Mitarbeiter eines Verlags und Journalist bei verschiedenen Lissabonner Tageszeitungen. Seit 1966 widmete er sich verstärkt der Schriftstellerei. Der Romancier, Erzähler, Lyriker, Dramatiker und Essayist erhielt 1998 den Nobelpreis für Literatur. Saramago starb am 18. Juni 2010 auf Lanzarote, wo er zuletzt lebte.



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