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Tomer Gardi
Broken German


2016
Roman

ISBN: 9783854209799
€ 19

gebunden , 13 x 21 cm
144 Seiten






Das Buch

Jahre, nachdem Radili sich nach bedrohlichen Anpöbelungen durch Skins ein Messer gekauft hat, kehrt er als Erwachsener in dieselbe Stadt zurück, und seine neuen Freunde aus der »linksradikalen WG« wollen einen Film
daraus machen. Die Suche nach dem damals vergrabenen Messer ist die erste von vielen Situationen, die der Erzähler vor uns abrollt, fallen lässt, neuaufnimmt und auf ganz unorthodoxe Weise miteinander verknüpft. Er entwickelt eine Szene im Jüdischen Museum, die in einen Krimi mündet, er bespricht mit seiner Mutter Erinnerungen an ein von den Deutschen besetztes Dorf in Rumänien (»Eine dicke Mann, der seine Ärmel hoch rollt, fast bis zum Achsel, und sagt, bis hierher, bis hierher hätte ich, bis hierher hätte ich meine Ärme in Judenblut eintauchen, lebt in meine Mutter«), er rekapituliert einen Schulausflug zu archäologischen Grabungen im Norden von Israel, und immer wieder finden wir uns in der »Bar zum Roten Faden«, in Lokalen und Callshops wieder, in denen Radili und seine Freunde Amadou, Fikert, Anuan, Abayomi und Jamal abhängen.

Es wäre ein ganz normaler, übermütiger und ungenierter Großstadtroman, wäre da nicht seine Sprache, die Sprache all dieser Migranten, die wie der Erzähler »Das ist kein Deutsch!« aus ihrer Sprache deportiert und aus der Geschichte bzw. der Erzählung hinausgeworfen wurden. »Realismus schreiben nur Menschen mit einem festen Wohnsitz und einer Aufenthaltserlaubnis«, sagt Tomer Gardi und entwickelt in Broken German ein anspielungsreiches, anspruchsvolles und vergnügliches Plädoyer für die Sprachenvielfalt in der einen Sprache, für die Regelübertretung, für das nicht Normierte.

Presse

»Gardi beherrscht die Sprache nicht, er bespielt sie umwerfend … Er varriiert nicht nur das Deutsche originell, die Handlung verarbeitet raffiniert deutsch-jüdische Geschichte.« (Eva Bucher, Die Zeit)

»Darf man das? Also, mit den Mitteln des gebrochenen Deutsch eines ›Arbeitsmigranten der deutschen Sprache‹ deutsche Literatur verfassen? Klar, man darf alles, insbesondere wenn man es so gewitzt und kreativ wie Tomer Gardi macht.« (Ulrich Noller, WDR Funkhaus Europa)

»Das ist neue Weltliteratur, die unsere eurozentristische Welt in Frage stellt. (…) Broken German ist ein trauriges, abgründig kluges und immer wieder auch absurd-komisches Buch.« (Insa Wilke, WDR 3 Gutenbergs Welt)

Tomer Gardi im Interview mit Elisabeth Nehring, WDR 5.

Tomer Gardi im Interview mit Hannah Lühmann, Die Welt.

»Interessant ist die Leseerfahrung, die man macht: Anfangs muss man ständig laut lachen … Dann ist man irgendwann drin und merkt gar nicht mehr, wie die Seiten vergehen.« (Doris Akrap, taz)

»Ein grandios eigenartiger Autor … Mit seinem gebrochenen Deutsch destruiert er die deutsche Grammatik, legt damit aber hinter ihr das eigentlich Entscheidende frei. Gerade gebrochenes Deutsch ist in der Lage, hinter die glatten Sprachoberflächen des Deutschen zu schauen.« (Klaus Kastberger, Zeit Online)

»Unfassbar komisch, überraschend, voller Energie und stacheliger Gedanken.« (Silvia Feist, Emotion)

»Tomer, der selbst als Erzähler auftaucht, setzt gebrochenes Deutsch bewusst, konsequent und weitgehend logisch als Stilmittel ein … ein ungeheuer vielschichtiges Literaturstück.« (Elke Schröder, Neue Osnabrücker Zeitung)

»Mit Broken German hat Gardi eine berührende Sprache gefunden. Er lässt die Frage nach dem Zuhause mal ganz anders erklingen.« (Inken Steen, Radio Bremen)

»Ein längst überfälliger Berlin-Roman, der das Bild dieser Stadt erweitert. Was die große Faszination des Buches ausmacht, ist die Lust am Spiel mit literarischen Formen, mit Konventionen, mit Details. Mal denkt man, man liest einen Krimi, dann hat man eine Mutter-Sohn-Geschichte vor sich, dann wieder Migrantenstories. Es hat mir großen Spaß gemacht.« (Thomas Böhm, Radioeins, Favoriten)

"Einer wie Tomer Gardi macht die zeitgenössische Literatur wieder politisch." (Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten)

»Ein Parforceritt wider sämtliche Konventionen.« (Dennis Pohl, Spex)

»Gardi ist literarisch mit allen Wassern gewaschen, sein Pidgin-Deutsch hat mehr mit Sprachreflexion zu tun als mit Straßenrapprosa. Migrationsnarrativ und Familiengeschichte die Mischung funktioniert. Gardi bringt Inhalt und Form mit Unterhaltungswert zusammen.« (Dominika Meindl, Falter)

»Sehr lässiges Deutsch, durch das seine Geschichte um einen Israeli in Berlin ruppig klingt wie ein mieser Morgen im grauen Reinickendorf, farbig wie ein Sprachengewirr im Internet-Café und witzig wie ein Abend mit Freunden.« (Hendrik Heinze, Bayerischer Rundfunk, B5 aktuell)

»Broken German ist ein virtuoser und selbstreflexiver Gang durch die Textsorten, bei dem alle Register gezogen werden.« (Julia Stephan, St. Galler Tagblatt)

»Ein brennend aktuelles Plädoyer gegen Sprachmonopole und Überfremdungsängste in einem multikulturellen Neu-Babylon.« (Lutz Hillingmeier, ekz)

»Hier also blickt ein Jude auf die Eigenheiten der Deutschen, auf ihre Sprache als eines ihrer Heiligtümer. Noch nie war fehlerhafte Grammatik so grandios. « (Annett Groh, Dresdner Kulturmagazin)

»Der Roman ist eine Reflexion über das Auswandern in eine andere Sprache, und der Erzähler vergleicht mit gutem Grund die Fremdsprache mit einem Hotel, in dem man in den vielen, an ungewohnten Stellen angebrachten Spiegeln unbekannte Reflexionen von sich selbst entdecken kann.« (Katharina Herrmann, Kulturgeschwätz)

»Hier also blickt ein Jude auf die Eigenheiten der Deutschen, auf ihre Sprache als eines ihrer Heiligtümer. Noch nie war fehlerhafte Grammatik so grandios. « (Annett Groh, Dresdner Kulturmagazin)

»Diese Fehler sind eine Freude.« (Julia Schafferhofer, Kleine Zeitung)

»Broken German ist ein Roman der Stunde, weil er die Themen auf eine besondere Art und Weise aufgreift und thematisiert, die in der deutschsprachigen Literatur meist am Rande behandelt werden.« (Irine Beridze, Storiesonpaper.net)

»Man kann Droschl zu seiner Entscheidung für dieses Buch nur gratulieren: Es ist mutig, unverkrampft und eine politische Punktlandung.« (Katharina Tiwald, Die Presse)




© Arie Kishon
Tomer Gardi, geboren 1974 im Kibbuz Dan in Galiläa, studierte
Literatur und Erziehungswissenschaft in Tel Aviv und Berlin.
Er war Herausgeber der Zeitschrift »Sedek: A Journal on the
Ongoing Nakba«, ein Projekt der israelisch-jüdischen Initiative
Zochrot, die die Erinnerung an die Vertreibung der Palästinenser
im öffentlichen Diskurs verankern will. Tomer Gardis literarischer
Essay Stein, Papier (dt. 2013 bei Rotpunkt) erschien 2011.

Autorenfoto
© Arie Kishon
 


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