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Roger Caillois
Patagonien und andere Streifzüge


2016
Essay 66
Aus dem Französischen und mit Nachbemerkungen von Rainer G. Schmidt

ISBN: 9783854209744
18.- €

engl. Broschur, 17,5 x 11,5 cm
128 Seiten


»Den wahren Dimensionen der Erde ausgeliefert, gezwungenermaßen achtsamer auf die Natur und weniger bedrängt durch seinesgleichen, findet der Mensch sich, ohne daß er es weiß, auf subtile Weise befreit.«

In diesen zum ersten Mal auf deutsch vorliegenden Essays umkreist Caillois eines seiner wichtigsten Themen, die so ephemere Anwesenheit der Spezies Mensch auf der Erde, von verschiedenen Seiten: sei es die ungeheuer abweisende Landschaft Patagoniens, seien es die Ebenen und Einöden des äußersten Südens Argentiniens, die wuchernden Dschungel Amazoniens oder die Steppen Sibiriens, aber auch surrealistische Objekte wie eine eigenartig bemalte Schneiderpuppe oder Albrecht Dürers rätselhafter Stich »Melencolia« bzw. die Beschäftigung des Malers mit Mineralien. Und hinter all dem entdeckt er in der äußersten Reglosigkeit der »toten Gesteine« die Wunder und Dynamiken eines anderen Lebens, Explosionen und Turbulenzen, die den Wundern der menschlichen Kunst vielleicht sogar überlegen sind nicht nur an Dauer, sondern auch an Schönheit.

Caillois' Schreiben ist streng und aufs Äußerste verdichtet: »An jenem Tag, an dem ich diese Notizen veröffentlichte, nicht ohne sie vorher von jedem anekdotischen oder malerischen Detail gereinigt zu haben, um meinen Seiten die Kargheit jener Landschaft zu verleihen, an jenem Tag wurde ich zum Schriftsteller wider Willen.«

Pressestimmen

"Caillois war ein außergewöhnlich feinsinniger und demütiger Weltbetrachter, der in einem unscheinbaren Stein einen ganzen
Kosmos entdecken konnte, ein Stück erstarrte Ewigkeit." (Otto Johannes Adler, Buchkultur)




© Jacques Robert
Roger Caillois, 1913 in Reims geboren, war Mitglied der Gruppe der Surrealisten (193235), gründete 1938 mit Georges Bataille das ›Collège de Sociologie‹. Zahlreiche Reisen in Europa, Amerika und Asien, lebte zwischen 1941 und 1945 in Buenos Aires. Wurde 1971 in die Académie française aufgenommen und starb 1978 in Paris.



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