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Ilse Helbich
Schmelzungen


2015
erscheint am 14. September 2015

ISBN: 9783854209645
18.- €

gebunden, 18 x 13 cm
136 Seiten

Noch einmal hat Ilse Helbich die Notizen der letzten beiden Jahre, ihre Kommentare zum Altern, ihre Selbstbeobachtungen und Aufzeichnungen zu einem neuen Band zusammengestellt. Im Mittelpunkt steht dabei ein bestimmtes Phänomen, das die Autorin in vielen Formen und an unterschiedlichen Orten wahrnimmt und das der Titel Schmelzungen widerspiegelt: In ihrem hohen Alter nimmt sie den Charakter des Übergangs zwischen unterschiedlichen Lebensphasen, zwischen Erinnerungen und Träumen ganz intensiv wahr, eins geht ins andere über und verwandelt sich wie unter großer Hitze. Und ein Besuch in Dresden führt ihr noch eine andere Dimension des Schmelzens unter großer Hitze vor Augen: Die wiederaufgebaute Frauenkirche ruft ihr den ganzen unbewältigten, unbewältigbaren Komplex des Handelns ihrer Generation vor Augen, der Schuld, der Mitwisserschaft, des Mitläufertums, des Verschweigens und Verdrängens.

Wie in allen ihren so unvergleichlichen Aufzeichnungs- und Erinnerungsbüchern beweist Ilse Helbich auch in diesem Band ihre nüchterne, auf das Wesentliche gerichtete Eleganz des Schreibens. Dass diese Luzidität auch auf die Wahrheit abzielt, wird in dem Abschnitt über die verdrängten, verschwiegenen und entstellten Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit keinen Leser unberührt lassen.

Pressestimmen

»Eine eindrückliche Dresden-Episode steht im Zentrum des neuen Prosabandes von Ilse Helbich.« (FAZ)

"Es ist die Spannung zwischen dem Erkenntniswunsch und der Demut der Autorin, die einem die "Schmelzungen" so nahe gehen lässt." (Beate Tröger, Literaturblatt Baden-Württemberg)

»Fragmente einer Suche nach der verlorenen Zeit verschmelzen mit Bruchstücken erlebter Gegenwart zum berührenden Ganzen - in einer Sprache von poetischer Eleganz. Garantierter Erkenntnisgewinn und Lesevergnügen.« (Walter Titz, Kleine Zeitung)

»Es sind eindrucksvolle Bilder, die Ilse Helbich mit ihrer dichten, knappen und dabei überaus poetischen Sprache schafft.« (Judith Brandner, Ö1)

»Was dieses Buch so einzigartig macht: Wenige können berichten, wie sie mit über 90 Jahren sich und die Welt erleben; noch viel weniger Menschen sind fähig, das Ringen um Worte und das Nachdenken über das Verstummen in einer solch gewaltigen Sprache zu beschreiben.« (Petra Vock, NÖN)

»Für mich ist es ein lesenswertes, Mut machendes Buch, weil es neben den körperlichen Veränderungen im Alter, die unwidersprochen starke Einschränkungen bedeuten, auch sichtbar wird, dass sich dann andere Möglichkeiten der Wahrnehmung ergeben, andere Aspekte von Welt deutlich werden, wenn man den Mut hat, hinzusehen, wahrzunehmen, mit offenen Fragen zu leben und vielleicht dennoch nicht aufzuhören, nach eigenen Antworten zu suchen.« (Mona Lisa Blog)

"Es sind Nachrichten wie von einem unbekannten Planeten, die Ilse Helbich in ihren zu Logbüchern zusammengefassten Notaten aus einer Region sendet, in die manche unweigerlich kommen werden, andere nie: Die nun 92-Jährige beschreibt ihr Altern - mit einer Nüchternheit und Klarheit, die ganz ohne Selbstmitleid auskommt, aber weder Schönheit noch Schrecken ausspart" (APA)



Ilse Helbich

Ilse Helbich, geboren 1923 in Wien, lebt im Kamptal und in Wien. Sie arbeitete publizistisch u. a. zur Biografie Ludwig Wittgensteins und schrieb zahlreiche Radio-Collagen und in den 70er Jahren Kolumnen in der Presse.

Helbich begann 1989 Prosa zu schreiben; ihr erster Roman, Schwalbenschrift, erschien 2003, es folgten 2004 die Erzählung Die alten Tage und 2007 Iststand. Sieben Erzählungen aus dem späten Leben. Mit ihrer Prosa Das Haus landete sie 2009 einen überraschenden Erfolg. 2010 folgt der Erzählband Fremde, Grenzland Zwischenland (2012) und die Erinnerungsbilder an Kindheit und Jugend in den 20ern und 30ern, Vineta (2013).

»In Helbichs Unbestechlichkeit wohnt zugleich Poesie, denn dort, wo bei ihr abseits von Kitsch, Pathos und Verklärung das Schöne aufblitzt, wirkt es doppelt echt. ›Glückliche Stunden. Aber nicht Glück ist das Hauptwort, das Hauptwort ist: Heiterkeit‹ heißt es in Iststand, der kurzen Erzählung über eine Siebzigjährige, die in ein altes Haus mit Garten zieht.« (Julia Kospach, Frankfurter Rundschau)

»Friederike Mayröcker prägte einmal das Wort vom "besessenen Alter". Wir müssen uns damit abfinden, dass wir es mit einer rebellischen Generation der Unberechenbaren zu tun haben. Friederike Mayröcker, Martin Walser, Ilse Helbich, das sind alles Personen, die unsere Erwartung an ein würdiges, still gelegtes Alter nicht zu erfüllen bereit sind. Sie nehmen sich nicht rücksichtsvoll aus dem Spiel, um unsere Gedanken nicht zu gefährden, im Gegenteil, sie
brechen mit voller Wucht in unser Bewusstsein, um uns mit Aufmüpfigkeit zu überraschen. Keine Spur von Gleichmaß, Bedächtigkeit, Nachsichtigkeit. Wir müssen uns nur an die Bücher von Ilse Helbich halten, um zu erfahren, dass der Teppich nicht dazu da ist, um Unerfreuliches darunter verschwinden zu lassen, sondern dass er sich im besten Fall zum Fliegen eignet.« (Anton Thuswaldner in seiner Laudatio anlässlich des 90. Geburtstags der Autorin)

»Ilse Helbichs Schreiben ist stark autobiografisch geprägt. Gefühle, wie Glück, Angst oder Scham werden wieder wach, nachempfunden in einer sehr feinen und klaren Sprache.« (Barbara Geschwinde, WDR3 Mosaik)



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